Das Reichsbahnausbesserungswerk (RAW)

Die Reichsbahnausbesserungswerkstatt im Einzugsbereich der Warschauer Straße ist der älteste Betrieb in Friedrichshain. Die Hauptgebäude dieser Werkstatt liegen dabei an der Revaler Straße, lediglich die westliche Begrenzung des Grundstücks reicht an die Warschauer Straße. Gegründet wurde der Betrieb am 1. Oktober 1867 als „Königlich-Preußische Eisenbahnhauptwerkstatt Berlin II“. Die Werkstatt gehörte zur Preußischen Ostbahn, die damals bis nach Königsberg/Ostpreußen und an die russische Grenze führte und deren Berliner Endpunkt der alte Ostbahnhof oder auch Küstriner Bahnhof (entspricht nicht dem heute existierenden Berliner Ostbahnhof) war, der ebenfalls im Jahr 1867 am Küstriner Platz, dem heutigen Franz-Mehring-Platz eröffnet wurde. Der Betrieb diente der Wartung und Instandsetzung von Lokomotiven sowie Waggons zum Transport von Personen und Gütern. Die Anzahl der hier angestellten Arbeiter erreichte bereits nach wenigen Jahren 600 Personen und der Betrieb wurde entsprechend ausgebau

1967 erhielt das Werk zum 100-jährigen Jubiläum den Namen des im nationalsozialistischen Deutschland ermordeten bayrischen Kommunisten Franz Stenzer und wurde so zum RAW „Franz Stenzer“. Am 31. Oktober 1991 wurde die schrittweise Stilllegung des Werks aufgrund der „gestiegenen Reparatur- und Wartungskapazitäten im wiedervereinigten Deutschland“ bis 1995 verkündet und durchgeführt. Eine neu errichtete Halle wird von der Firma Talgo Deutschland zur Restaurierung von Talgo-Nachtzügen verwendet und bietet 100 Beschäftigten Arbeit; einige Gebäude sind seit 1998 an den Friedrichshainer Kulturverein RAW-Tempel e.V. vermietet, der hier vor allem interkulturelle Projekte durchführt.

Auf dem Gelände haben sich Clubs wie das cassiopeia oder suicide circus etabliert. Die Skatehalle Berlin und der Kletterturm sorgen für freizeitlichen Ausgleich. Zudem gibt es Biergärten, die zum Verweilen einladen und eine beachtliche Anzahl von Grafittiwänden.